FRAGEN & ANTWORTEN
RUND UM'S DESIGN

Hat man nicht tagtäglich mit all diesen Dingen zu tun und möchte eigentlich nur ein schönes Design haben, kann einem das ganze Rechtgedöns manchmal schon sehr nervig in die Quere kommen. Dafür habe ich vollstes Verständnis. Dennoch ist es mir wichtig, dir das Angebot zu machen, dich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen und dass du verstehst, was du ggf. unterschreibst. Sollten dennoch Fragen offen bleiben, zögere nicht, mich anzuschreiben!

Eine Kurzfassung der wichtigsten Parameter findest du hier in der Designleistungsvereinbarung für Kunden:

Urheber- & Nutzungsrechte

Ich habe gezahlt. Gehört mir jetzt die Illustration/das Design?

Nicht ganz– hierzu ist es wichtig, einiges in Bezug auf Urheber- und Nutzungsrechte zu wissen. Denn als IllustratorIn bleibt man immer Urheber des Werkes, d.h. das Bild gehört rein rechtlich immer ihm/ihr. Dies ergibt sich automatisch aus den Urheberrechtsgesetzen und kann auch nicht übertragen werden. Vereinfacht gesagt: Wer etwas erschafft, ist der Erschaffer, d.h. Urheber.

Jedoch kann der Illustrator/die Illustratorin Nutzungsrechte an den Kunden abgeben bzw. diese an ihn/sie verkaufen. Als Kunde darf ich dann die Illustration zu den vorher schriftlich festgehaltenen Konditionen nutzen.

Was sind Nutzungsrechte / Urheberrechte / Bearbeitungsrechte?

Zunächst zum Urheberrecht:

»Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung.«

Damit macht § 11 UrhG unmissverständlich die beiden Einsatzgebiete deutlich: Die geistige Beziehung umschreibt das immaterielle, das sogenannte Urheberpersönlichkeitsrecht, die Nutzung des Werkes das materielle, das sogenannte Verwertungsrecht. Das Urheberpersönlichkeitsrecht umfasst im Großen drei Punkte:

  • Der Urheber allein kann über die Veröffentlichung seines Werkes bestimmen.
  • Er hat ein Recht darauf als Urheber seines Werkes anerkannt und in den Werkexemplaren als solcher bezeichnet zu werden.
  • Er kann eine Entstellung seines Werkes verbieten.

Das Verwertungsrecht ermöglicht dem Urheber/der Urheberin die Arbeit kommerziell zu nutzen. In welchen Bereichen bzw. mit welchen Rechten das sein kann, wird unter § 15 UrhG aufgeführt. So z.B.:

  • Das Vervielfältigungsrecht
  • Das Verbreitungsrecht
  • Das Ausstellungsrecht

So steht es dem Illustrator/der Illustratorin frei in welcher Form und in welchem Umfang er/sie Verwertungs- bzw. Nutzungsrechte abtritt. Dies wird zwischen den Vertragsparteien (IllustratorIn – Kunde/Verlag) schriftlich vereinbart in einem Illustratorenvertrag.

Das sog. Nutzungsrechte und Nutzungshonorar erfüllt damit vor allem einen wichtigen Zweck:

Es legitimiert den Auftraggeber zur rechtssicheren Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke

Die Höhe des Nutzungshonorars ist abhängig vom Umfang der Nutzung. Der Umfang wiederum wird mithilfe der sogenannten Nutzungsfaktoren definiert.

 

Was sind sogenannte Nutzungsfaktoren?

Die Vertragsparteien halten schriftlich die erforderlichen Faktoren zur Nutzung der Illustrationen fest. Diese setzen sich daraus zusammen, in welchem Umfang das Werk genutzt werden möchte. Zeitliche Nutzung? Regional, im deutschsprachigen Raum oder weltweit? Nur für die Onlinenutzung? Für Printprodukte oder Fernsehsendungen usw.

Daraus ergibt sich ein Faktor, der in die Honorarberechnung einbezogen wird.

Was darf ich denn nun und was nicht?

Die Kundin/der Kunde darf die Illustration zu den vereinbarten Konditionen „nutzen“.

Er/Sie darf das Werk NICHT ohne vorherige Zustimmung der Illustratorin/des Illustrators verändern und nicht zu anderen, als den vereinbarten Konditionen, unentgeltlich nutzen. Dies bedarf einer Zustimmung oder gesonderten schriftlichen Regelung.

Für den Illustrator/die Illustratorin gilt:
Keine Weitervermarktung der kundenbezogenen Werke. Das bedeutet für dich, dass die Entwicklung deiner Illustration, deines Firmenmaskottchens etc. ein Unikat bleibt, das nicht für andere Werbezwecke erneut in Erscheinung tritt – hiervon unberührt bleiben die eigenen illustratorischen Werbezwecke wie beispielsweise auf er Homepage des Illustrators/der Illustratorin.

Information über die Abgabepflicht KSK

Was ist die Künstlersozialkasse (KSK)?

Die Künstlersozialversicherung (KSV) ist Teil der gesetzlichen Sozialversicherung in Deutschland, in der sich freischaffende Künstler und Publizisten sozialversichern können und dabei im Gegensatz zu freiwillig versicherten Selbständigen nur einen Beitrag zahlen, der dem Arbeitnehmeranteil entspricht. Die KSK ist sozusagen die für Beitragserhebung zuständige Behörde.

Diese Abgabepflicht besteht schon seit 1981, wurde aber nicht kontrolliert. Seit 2013 jedoch werden bei jeder Betriebsprüfung Rechnungen auf Ihre Abgabepflicht hin geprüft.

Sobald du Leistungen in Auftrag gibst, die von Personen erbracht werden, die in den Kreis der von der KSK anerkannten „kreativen Berufe“ gehören, sind Beiträge zu zahlen. Dazu gehören unter anderem Designer, Grafik-Designer, Grafiker, Illustratoren, Fotografen, Redakteure, Web-Designer, Werbeagenturen, Publizisten, Lektoren, Artdirectors, Texter, PR-Leute, etc.
Dabei spielt es keine Rolle, ob diese selbst in der KSK versichert sind!

Zu den abgabepflichtigen Leistungen, die du bei den genannten „Kreativen“ in Auftrag gibst zählen jegliche Arbeiten, die mit Werbung oder Eigenwerbung für das Unternehmen zu tun haben: Erstellung von Drucksachen wie Flyer, Folder, Broschüren, Briefpapier oder Visitenkarten. Konzeption und Design von Internetseiten, Erstellung von Texten und PR-Texten, Logoentwicklung etc.

Wie hoch ist die Abgabe zur Künstlersozialkasse?

Die Abgabe wird in Form eines Prozentsatzes von den Entgeltzahlungen an selbständige Künstler und Publizisten erhoben und wird jedes Jahr durch die Künstlersozialabgabe-Verordnung vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales neu festgesetzt. Aktuell (2022) beträgt der Abgabesatz 4,2% der Rechnungssumme.

Wird die KSK-Abgabe automatisch erfasst oder muss ich mich selbst anmelden?

Die KSK-Abgaben werden nicht automatisch erfasst oder eingezogen. Bei einer Betriebsprüfung wird eine Beitragspflicht jedoch geprüft und gegebenenfalls für den Prüfungszeitraum (in der Regel die letzten 4 Betriebsjahre) nachberechnet.

Am einfachsten ist es,  sich über www.kuenstlersozialkasse.de anzumelden und darüber zu informieren, ob man selbst überhaupt zu den abgabepflichtigen Unternehmen gehört.

Dieser Beitrag erhebt nicht den Anspruch, vollständig zu sein und kann im Zweifel nicht den Rat eines Fachmanns ersetzen.

 

Weitere Informationen findest du unter (Quellenangaben):
www.kuenstlersozialkasse.de
und www.illustratoren-organisation.de